Direkt zum Hauptbereich

and Materials and Money and Crisis

...and Materials and Money and Crisis

Die Gruppenausstellung, die vom New Yorker Kurator 
Richard Birkett gestaltet wurde, 
setzt sich mit Kapital als Material ausseinander.
 Es sind Werke zu sehen, 
die zum Teil extra für die Ausstellung geschaffen wurden, 
 aber auch welche, die für die Ausstellung neu inszeniert wurden.
Die KünstlerInnen haben versucht zu zeigen, dass der Begriff "Material" 
zufällig, veränderlich, aber auch instabil sein kann.
Der Zusammenhang zwischen "Material", "Geld"  und "Krise", 
wurde auf ganz unterschiedliche Art und Weise interpretiert.
Die Worte des Ausstellungsnamens verweisen auf das historische Phänomen, 
das mit der Auflösung des Goldstandards 1971 in den USA begann. 
Dadurch veränderte sich der Abstraktionsgrad der Tauschwirtschaft.


 
         
Terry Atkinson
Grease Flag 1991 / Two Software Greaser, 1992-2013

Die Werke von Terry Atkinson sollen nicht als Objekte, 
sondern als selbstständig handelnde Subjekte verstanden werden. 
Es soll eine Analogie zum Unterschied zwischen Hard- und Software in der Informatik bilden. 
Die Hardware steht als Rahmen eines Werkes, was hier den Platz des Holzbehälters einnimmt 
und die Software wäre in diesem Fall das Schmierfett.
Dieses Material hat eine ganz eigene Eigenschaft, 
denn es reagiert auf Umwelteinflüsse, wie Temperaturschwankungen, 
aber auch Lagerungs und Ausstellungsbedinungen.
Das hat zur Folge, dass das Kunstwerk, 
selbst nachdem der Künstler es als "vollendet" erachtet, 
sich noch immer weiter verändert.
Dieses Schmierfett wird dadurch zu einem selbstständigen Akteur in dem Werk 
und übernimmt sozusagen die Rolle des Künstlers.
(Ich finde diesen Gedanken so genial, 
weil dadurch die "Macht" des Künstlers auf das Kunstwerk selbst übergeht.)



Gareth James
Deodands 2013
Die Materialien in seinen Werken behalten nur den Anschein ihrer ursprünglichen Funktion.
James zweckentfremdet die Gegenstäde und verändert dadurch die Eigenschaften, den Wert und die Merkmale der Materialien.


 
Cheyney Thompson
Broken Volume (1OL), 2013
Diese Werke sind ein Bezug auf den Begriff "random walk"-Algorithmus, 
der in der Finanzwelt im Bereich Aktien entwickelt wurde. 
Louis Bachelier schrieb eine Dissertation mit dem Thema "Theorie der Spekulation" wo er aufzeigte, dass Aktien- und Optionskurse, da sie von vielen anderen Informationen beeinflusst werden, über die Zeit unberechenbar verlaufen.
Diese dreidimensionalen Formen von Cheyney Thompson, 
wurden mit einem solchen Algorithmus berechnet. 
Sie beestehen alle aus zehn Liter Beton, 
was das Volumen oder die Länge der "walks" bestimmt. 
Hier sind Sklupturen ohne jegliche Kreativität entstanden, 
die einzig durch den Algorithmus berechnet wurden.
Die auf Sockeln ausgestellten Werke, wirken fast wie Architekturmodelle.





Maria Eichhorn
Meer.Salz.Wasser.Klima.Nebel.Wolken.Luft.Staub.Atem.Küste.Brandung.Rauch. 1991

Hier wurde in den eigentlichen Ausstellungsraum eine Klimakammer eingebaut, 
was wirklich eine ganz eigene Wirkung hat.
Wenn man den Raum betritt, dann verschlägt es einem buchstäblich den Atem ;)
Es wird konstant Salzwasserdampf in die Luft gepumpt, sodass dichter Nebel entsteht.
Eichhorn ging es bei diesem Werk darum, einen Rahmen zu schaffen für körperliches Erleben.
Neben dem Nebel, der die Sicht reduziert, wird auch der Schall gedämpft.
Hier wird also der museale Kontext in dem das Werk stattfindet vernebelt, 
was aber zu einem Wiederspruch führt, denn schließlich geht es ja in einer Ausstellung um diesen.




Die Werke sind alle sehr individuell 
und die Ausstellung ist auf jeden Fall einen Besuch wert!
(Eine Führung ist empfehlenswert) 
Donnerstags -> Kunst & Drinks - 19:00 (€5 Eintritt & gratis Führung)


Hier noch ein paar Eindrücke aus der Ausstellung "in progress"


Georg Baselitz
Sechs Türen, 1976-1977

Francis Bacon
Man in Blue IV, 1954


Andy Warhol 
Mick Jagger 1975




















Beliebte Posts aus diesem Blog

Arnulf Rainer - Albertina

Die Albertina veranstaltet zum 85. Geburtstag von Arnulf Rainer eine Retrospektive,   bei der man einen guten Einblick in die unterschiedlichen Schaffensperioden des Künstlers bekommt.  Arnulf Rainer, der aus Baden stammt, ist einer der bedeutendsten österreichischen Künstler, dessen Werke sehr vielseitig,  aber für mich nicht immer ganz greifbar sind. Einige seiner Bilder haben mich sehr fasziniert, weil er es einerseits schafft durch das Übermalen etwas zu verstecken, aber im gleichen Moment genau dadurch das Wesentliche zu enthüllen.  Die hinzugefügten Elemente wirken wie ein Schleier,  der sich zwar stetig ausbreitet, aber dennoch so viel Raum lässt, dass sich die Bilder entfalten können. Durch den Akt des Versteckens hat er es geschafft, das Eigentliche hervorzuheben. Arnulf Rainer Selbstdarstellung 1972/1973. Das Selbstporträt ist eines der Werke, das mich sehr beeindruckt hat, weil es für mich einen inneren Konflikt ausstrahlt, be...

Kunst_im_öffentlichen_Raum -> U-Bahn / art_in_public_space -> Subway

Gratis aber nicht umsonst!  Der öffentliche Raum wird in Wien oft als "Leinwand" genutzt. Viele Ubahnstationen haben sich in eine Art Museum verwandelt,  mit dem Versuch Kunst jedem zugänglich zu machen.  Leider gehen wir viel zu oft gestresst an diesen Kunstwerken vorbei,  ohne ihnen die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Ich möchte hier auf meinem Blog ein bisschen inne halten  und den Werken die Zeit der Betrachtung schenken. Free but not for nothing! The public space is often used in Vienna as a "canvas " . Many underground stations ha s turned into a sort of museum , with the attempt to make art accessible to all . Unfortunately, we are too often stressed out  and pass these artworks without paying them the necessary attention . I want to pause h ere on my blog a little and give the works the time of viewing . U-Bahn Station - Landstraße Wien Mitte << Oswald Oberhuber >> ...

Im Lichte Monets - Unteres Belvedere/ Orangerie

Wenn man den Namen Claude Monet hört,  dann denkt man sofort an Seerosen  und an den Impressionismus. Monet hat aber so viel mehr geschaffen, denn er hatte die Gabe Stimmungen in seine Bilder einzufangen, die den Betrachter fesseln und etwas positives ausstrahlen können. Diese Stimmung erzeugte er mit seinen leuchtenden Farben und seinen schnellen Pinselstrichen.   Wenn man vor seinen Gemälden steht,  hat man das Gefühl ein Teil davon zu sein. Neben seinen tollen Gemälden hat mir auch noch gefallen, dass Werke anderer Künstler, wie Olga Wisinger-Florian, Gustav Klimt, Heinrich Kühn und einigen anderen, mit Monets Gemälden in Zusammenhang gebracht wurden. Auf diese Weise hat man einen guten Eindruck bekommen, wie sich die österreichischen Künstler stilistisch, kompositorisch, aber auch durch die Idee der Serie inspirieren ließen. Diese Gegenüberstellung der Gemälde hat aber auch bewirkt, dass die leuchtenden Farben und diese lebendige Stimmu...